Freitagabend. Rumnerden.
Es ist Freitag. Es ist halb zehn. Es ist das zweite Bier und zu wenig Nikotin. Es ist so eine Art von sturmfrei. Es ist der derroman und jede Menge Rechner, geballte Entspannungssucht gepaart mit der Faulheit nicht nochmals das Haus verlassen zu wollen um betrunken auf irgendeiner Party zu versauern oder für zu viel Geld in einem Club der früher geil war und heute nur noch Mainstream ist kleinen Kindern dabei zuzusehen, wie sie zu MEINER Musik tanzen.
Es ist die Feststellung, sich zu alt für so etwas zu fühlen und nach einer Woche Uni und Arbeit und all dem alltäglichen Blödsinn nur noch da sitzen zu wollen und nichts zu tun. Es ist aber auch der Drang nach Neuem. Vor wenigen Jahren noch war das Verlangen nach neuem durch eine andere Biersorte zu befriedigen, oder durch ein bisschen was anderes, oder durch eine weitere Erfahrung mit dem anderen Geschlecht. Heute ist es das gleiche Bier seit Ewigkeiten, weil es das Beste ist und weil sich daran nichts ändern wird. Heute ist das bisschen Andere uninteressant, irgendwie jedenfalls, und selbst wenn, wäre es nicht mehr das Selbe. Und was die drittens erwähnten Erfahrungen angeht, so ist es auch hier ruhig geworden, weil es besser so ist und wunderschön.
Es ist also – damit es nun zum dritten Mal erwähnt wurde – Freitagabend und derroman sitzt zu Hause und hat nichts zu tun, weil alles geschafft ist und er hat auch schon sein Entspannungsprogramm hinter sich gebracht (Nudeln mit Irgendwas, ein Bier und n guter Film) und nun muss also doch irgendwie der ewige Tatenzwang besiegt werden. Es gibt hierzu exakt zwei Möglichkeiten – Möglichkeit eins: Noch mehr des besten Bieres trinken. Möglichkeit zwei: Rumnerden. Da mein Magen Säure ankündigt oder mich vielmehr mit dieser
bedroht und weil der Grund meines sturmfreien Daseins in einigen Stunden wieder da sein wird und ich ein guter Freund sein möchte, ziehe ich heute rumnerden vor. Was steht an? Windows 7. Ja nein, alles langweilig. Nichts Spannendes. Außer der Feststellung, dass jeder Techblog eine Katastrophe ist und das die vielbesprochene Blogosphäre egal ob aus deutschem Hause oder auf internationalem Parkett unterwegs, immer das Selbe ist: extrem langweilig. Ich kann nicht verstehen, wie Menschen sich hinsetzen und zu Hunderten immer und immer wieder über das Gleiche schreiben und dann auch noch elend viel Feedback kassieren. Es soll nicht heißen, dass ich davon nicht profitiere – so wie heute Abend, wenn ich der Meinung bin, mal wieder alle Rechner und Laptops aus allen Ecken der Wohnung zu kramen, sie auf den Tisch zu stellen und mich zu fragen: Und jetzt?!

Es ist Freitag. Es ist extrem unbefriedigend. Und ich will nicht mehr sturmfrei haben. Ich will ein Bier und Zigaretten und dann KoQ. Und zwar zu zweit.
PS: Irgendjemand der regelmäßig anwesend und gleichmäßig mitalternden Freunde klaut Pfandflaschen.
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- Veröffentlicht:
- 5.15.2009
- Kategorie:
- erlebt
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